In die Kartage mit Simone Weil

Wenn die Erlösung (…) auf Erden nicht von Anfang an gegenwärtig gewesen wäre, wir könnten Gott nicht vergeben (…), dass er das Unglück so vieler Unschuldiger, Entwurzelter, Geknechteter, Gefolterter und Gemordeter im Laufe der Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung zugelassen hat.“

Mit diesen Worten versucht Simone Weil die Kraft der Passion Christi auszudrücken. Diese ist für sie keineswegs ein punktuelles Ereignis. Überall dort, wo es auf Erden Verbrechen und Unglück gibt, ist der gekreuzigte Sohn Gottes gegenwärtig. Weiterlesen

Aschermittwoch 2019

IMAG4443_1Sag mir, Gott, du Allmächtiger,
wie viel Macht hast Du benötigt,
um mich aus dem bloßen Staub
in die Erden-Wiege
zu legen?

So viel, wie viel Liebe in sich beherbergen kann.

Wie viel ist das? Sag mir dann…

So viel, wie viel Raum ein Stäubchen umfasst.

Das ist gar nichts.
Ich glaubte, ich entstand aus Deinem mächtigen Geist…

Nachdem du mir die ganze Allmacht am Kreuz genommen hast?
Nein, ich schuf dich
aus Ohnmacht.

Aber wie?

Ich nahm den Tod auf mich
und verwandelte ihn in Leben,
um dich
aus dem Erdenstaub
emporzuheben.

R.K.

Gesegnete Weihnachten!

Weder einen Palast, noch eine entzückende Wiege
suchten
die Drei Könige.

Der Botschaft treu
fanden sie das Kind
in einer leeren Ecke im Stall
voll Heu.

Es lag am nackten Boden
in ein Leinentuch gewickelt,
frisch,
wie Brot am Tisch.

Sie brachten die Truhe herein
und öffneten sie,
das Gold glänzte,
es schlief das Vieh.

Auch sie schliefen ein,
doch um Mitternacht,
entriss sie der Hunger
dem Schlaf

(R.K.)

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Zur Karwoche

Als Einstimmung in die Karwoche veröffentlichen wir hier einen Text, der von unserer Mitschwester zum Schnitzbild “Christus im Elend (Christus in der Rast)” geschrieben wurde, das sie von einem polnischen Bergbauern erwarb:

Christus im ElendIch suchte Ihn nicht,
den ‘Christ im Elend’
doch sein durchbohrender Blick fand mich,
vor Ihm stehend.

Und schweigend
aus allen Dingen,
dem kitschigen Kram,
Er mich,
die Elende,
in Besitz nahm. Weiterlesen

Aschermittwoch 2018

Auch ich stürzte auf den Boden,
mitten in dieser Welt,
den Mund im Staub,
ich,
ein Held!

Doch statt Gottes grimmiger Stimme vom Himmel
höre ich,
wie sein Schweigen in mir
wimmelt.

Irgendwo hier lagen meine Krücken,
es wirbelt der Wüsten-Wind,
ich muss aufstehen, denk ich,
bin ich blind?

Wie kann ich diesen Tag bestehen
ohne Dich
zu hören,
ohne Dich
zu spüren,
ohne Dich
zu sehen?

Ich hab Dich nicht verfolgt, wie er!
Warum schweigst Du hoch über mir,
und wo sind meine Krücken,
Herr?!

Dein Schweigen wächst
und sich vermehrt,
als ob es von meinem Geschrei
genährt.

So blieb ich liegen.
Nicht eimmal Hunde
leckten
meine Wunde.

Wie lange lag ich so blind
ich weiß es nicht,
doch auf einmal kam es,
ein Augenblick,
ein Gedanke,
ein Licht.

Dass der Staub
mit dem ich hier umhüllt
und den mächt’gen Gott anruf’,
aus ihm
Er mich geformt
und erschuf.

So sank ich ins Schweigen
wie in ein tiefes Meer,
und bat ihn ausgeliefert:
Aus meinem Nichts erschaffe mich,
erschaffe mich wieder,
oh Herr.

R.K.

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Gesegnete Weihnachten!

Wenn Er, wie Regen
auf den Staub niederfällt
mit Himmels Mächten
dann
blühen auf
die Gerechten und
die Ungerechten

Wenn Er, wie Licht
die düstren Nächte durchdringt
mit einer Sternen Milde
dann
erstrahlen
die Sehenden und
die Blinden.

Wenn Er Gott ist und
es wagt
im Menschen-Leib vor dir
nicht einmal zu stehen sondern
zu liegen
dann
siegen die Verfolgten
und die Mächtigen (indem sie)
dar niederliegen.

Wenn Er dich heute anschaut
aus seiner Kinder-Augen Höhe
dann
bist Du gerettet
mit großer und doch ohne kleinste
Mühe.

(R.K.)

Zum 3. Adventsonntag

loewenzahnEs gibt ein Motiv, das in den Lesungen des Advents immer wieder auftaucht: Die Rede von einem Bote. Primär wird hier Johannes der Täufer, als Vorläufer Jesus v. Nazareth, gemeint. Doch Johannes sagt über sich selbst, er sei nur eine Stimme, die in der Wüste ruft. Das heißt: Er ist ein Werkzeug, etwa eine ‚Glühbirne‘, aber nicht das Licht.

Kann nur der Mensch zu einem Boten werden? Weiterlesen

Zum 2. Adventsonntag

DSC_0792Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.“ (Mk, 1)

Einem Herrn die Schuhe aufzuschnüren war die Aufgabe eines Sklaven. Auf diesem Hintergrund klingt die Aussage Johannes des Täufers verwirrend. Wenn er sich für eine Sklaven-Aufgabe nicht würdig hält, kann das bedeuten, dass es mit dem Auftreten des Jesus von Nazaret eine neue Dimension von ‚Knecht-Sein‘ gibt – eine solche nämlich, die doch mit Würde verbunden ist. Weiterlesen

Woher kommen eigentlich Berufungen…?

storch berufung

Lieb schaut ein Storch aus, der gerade eine ‚frohe Botschaft‘ bringt…

In seinem Schnabel ein Tuch und ins Tuch ein Baby eingewickelt. Süß!
Doch jeder weiß, dass es hinter dieser märchenhaften Vorstellung, die so viel Sympathie hervorruft, nichts gibt, was der Realität entspricht ;)

Wie verhält sich das aber zum Thema „Berufung“? Weiterlesen

Gesegnete Ostern

DSC1118Wir werden vor Türen stehen,
die sich von innen öffnen.
Die daran glauben,
haben einen festen Schritt.
Sie teilen mitten unter Geizigen.
Sie danken mitten unter Undankbaren.
Sie hungern mitten unter Satten.
Sie gehen mit einfachem Licht
durch siebenfache Finsternis.
Sie leben wie die Lilien auf dem Feld
und wie die Vögel des Himmels.
Sie tanzen durch die Reihen der ewig Ernsten.
Sie stehen zum Leben auf aus tiefsten Gräbern.

Sie verkünden die unglaublichste Botschaft:
ER lebt.
Ihr werdet IHN sehen.

(Martin Gutl)

Mit Fotos unserer Feier der Osternacht wünschen wir Ihnen ein gesegnetes Osterfest!
Christus ist wahrhaft erstanden! Halleluja!