Gedanken zur Berufung

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Eine Mitschwester macht sich Gedanken zur Ordens-Berufung:

„Was sind wir? Woher kommen wir? Was sollen wir auf diesem feindseligen Gestirn? Wozu Sterne, wozu Milchstraßen? Gibt es das Jenseits? Wer kennt das Wesen der Dinge? Bin ich ein Strohhalm im Kosmos? Ist alles nur Illusion? GIBT ES GOTT?“

Falls Dir diese Fragen bekannt vorkommen, schalte den Computer nicht aus, Du bist auf der richtigen Website J Es ist gut, dass Du fragst (dann sind wir schon zur zweit).

Auch Edith Stein (eine jüdische Philosophin) begab sich auf die Suche nach ‚dem Lebenssinn‘. Worauf ist sie gestoßen? „In meinem Sein stoße ich auf ein anderes, welches Halt und Grund meines in sich haltlosen und grundlosen Seins ist.“ – schrieb sie. Eine Weile später trat sie ins Karmelitinnen-Kloster und wurde heilig.

Als ich ins Kloster ging, fragte mich eine ältere Dame, die irrtümlicherweise fest davon überzeugt war, dass man zur Strafe ins Kloster geht: „O weh, welche Sünden hast du begangen???“. Das einzige was in Bezug auf Ordensleben tatsächlich verdunkelt und verstaubt scheint, ist oft unsere Ahnung davon.

Ich kam zum ersten Mal mit 17 hierher. War begeistert. Dann besuchte ich das Kloster nochmals mit 18. War begeistert. Mit 20 war ich immer noch begeistert und mit 23 bin ich hier geblieben. Begeisternd. Endlich fand ich die Fülle des Lebens, eine Qualität, die sich mit keinem Substitut erreichen lässt. Freude. Vor allem aber die Gewissheit, dass das Leben ohne Liebe und die Liebe ohne Hingabe nur eine Sackgasse ist.

Wenn ‚haben‘ – dann alles! Wenn ‚leben‘ – dann ganz! Wenn sterben – dann glücklich! Meine Lebensphilosophie. Mein Glaube.