Manchmal spüre ich, Herr …

Manchmal spüre ich, Herr …

Manchmal spüre ich, Herr,
dass du mich zu einem ganz anderen Leben rufst.
Jetzt mogle ich mich so durch.
Auf der einen Seite
lebe ich wie alle anderen Menschen auch,
brav und bieder auf dieser Erde.
Hin und wieder spüre ich, dass es nicht genügt.

Dann will ich mehr.
Dann sehe ich,
dass es ein größeres, tieferes Leben gibt,
ein Leben, das mich mehr erfüllt.

Dann möchte ich alles anders machen.
Aber es fehlt mir der Mut, ganz einzusteigen.
Ich habe Angst und bleibe Zuschauer
und bleibe unzufrieden.
Auch jetzt, wo ich mit dir spreche,
fühle ich deinen Anspruch.
Aber ich möchte ja, Herr!
Ich sehne mich im Grunde doch danach,
mein Leben ganz mit dir zu leben.

Hilf mir, meine Angst zu überwinden,
nicht in einem großartigen Akt.
Der wird nicht kommen.
Aber in den vielen kleinen Anfragen des Alltags -
da wird sich zeigen, ob ich “ganz einsteige”.
Lass mich erkennen, dass du mich rufst.
Lass mich die Unsicherheit und Angst überwinden.
Lass mich mein Leben wagen -
mit dir für die Menschen.
Ganz.

(P. Lenfers)